

2 Männer 2 Labels 2 Turntables. Auf der einen Seite das Burgenland auf der anderen das Mühlviertel.
Prügelnde Bauern? Beigott nicht.
go there. have fun buy a lot: www.artonal.at oder www.karate-joe.at
Stefan Parnreiter:
Stefan Parnreiter lebt und kulturarbeitet in Wien nun schon seit 1996. Aber das konnte ihm seine Wurzeln als eingefleischter Oberösterreicher (geb. 1975; Linz) bisher noch nicht austreiben. Schon immer als sozial denkender Mensch bekannt, machte er sich 1994 gar daran, eine Ausbildung zum Sanitätshelfer zu absolvieren. Weitere Erfahrungen in diesem gemeinnützigen Bereich zeigten sich u.a. daran, dass er sich als Roadie, Stagehand und Künstlerbetreuer einen Namen machte. Gut, diverses Fachwissen wurde in Form von Baufirmen-Jobs angehäuft. Das Festival Ottensheim, das Kulturamt Linz und der Posthof schworen auf ihn, ebenfalls die Jungs der New Yorker HipHop-Band dälek, mit denen er zusammen mit Tomahawk 2001 auf Europatournee war. Schon immer diverser Musik verfallen, ursprünglich aber musste, zwecks Kompensation der Mittelschulzeit inmitten lauter Jungrechter schon so starker Tobak wie Kuschelrock herhalten. Wobei dieser »Kuschelrock« schon eher aus der Ecke Psychotic Waltz kam. Ab den ersten Mensuren war das Umfeld nur mehr mit Metal zwischen sehr hart und sehr gruftig zu ertragen. Die Diskografien von Jack Frost, Fetish69, Fuckhead und anderen wurden nächtelang rückwärts rezitiert. Nach langjähriger Veranstalter-, Musikjournalisten- und anderen Tätigkeiten mit und um Musik seit Herbst 2002 Betreiber von »aRtonal recordings«, einer Plattform für improvisierte und sonstige garantiert unverkäufliche Musik. Schließlich kam 2001 das von »skug« und Elisabeth Schimana veranstaltete »Ex-EU-Festival« und die »phonoTAKTIK 2002«. So hat sich Stefan Parnreiter schon zu »skug«-Zeiten um Releases gekümmert, die bis zum Anschlag voll waren mit Jazz und Improvisation. »aRtonal Rec.« bringt den umtriebigen Organisator u.a. als Kurator der Programmschiene »Nachtasyl« auf das Festival »4020« nach Linz. Seit letztem Jahr ist Stefan Parnreiter auch noch Mitveranstalter im Wiener Szenelokal fluc, wo er regelmäßige Serien abhält. Als wenn das schon nicht genug wäre, verbrachte er 1995 fünf Monate als Englischlehrer in Nicaragua und schrieb sich dann auf der Wiener Universität ein. Forschungen zum Themenfeld kollektive Identitäten.
Robert Pinzolits:
Robert Pinzo Pinzolits ist Eisenstädter, also Burgenländer. Er ist wohl so etwas wie ein steter Pendler in der Mission Musik, immer »dazwischen«. Zwar in Wien studierend und andauernd unterwegs wenn's um Musik und artverwandte Künste geht, aber sich auf einen Ort festlegen? Darf man denn z.B. nur eine Marke Rotwein trinken? Und was ist dann erst mit dem Schnaps? Ab 1992 war er als schlagzeugelnder Gitarrero für seine getreue Anhängerschaft rund um die Cselley Mühle in Herz, Hirn und Hose nicht mehr weg zu denken. Mit der Gründung der Musik/Performance-Formation Le Charmant Rouge 1996 und dem sukzessiven Engagement in der Cselley Mühle waren die Fährten in Richtung verantwortungsvolle Sozialprojekte a.k.a. Club-Abende für Musik, Lesungen und Filmabende wie dem »Cabaret Charmant« ab 1997 gelegt. Dieses »Cabaret« hatte sicher von einer spezifischen Einrichtung in Zürich schon einmal gehört und, natürlich nur idealisierter Zufall, war der Gründungstag ein 11. September. Und weil er seine Sache gut machte, war er von 1998 - 2000 verantwortlicher Veranstalter für den Großteil an Veranstaltungen im »Kultur-& Aktionszentrum Cselley Mühle«, Oslip. Pinzo hatte auch anderes im Sinn: Seit 1997 ist seine Auseinandersetzung mit audiovisuellen elektronischen Medien so stark, dass er sich im Oktober 2000 in die Klasse der visuellen Mediengestaltung an der Universität für angewandte Kunst/ Wien bei Prof. Karel Dudesek (minus delta t) und Prof. Peter Weibel einschrieb und seither diverse Festivals und Konzerte zwischen dem Londoner ICA »DSM - Don't Say Maybe. Collective Dwelling UNIT#4« und dem »Moving Patterns« in New York bestritt. Aber wem reicht so was schon? Deshalb: 1997 Gründung der Musikgruppe Shruti Quartet und ab 1999 Student an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Instrumente: Electronics, Schlagzeug. Das alles so gut wie selbstverständlich inklusive Studienlehrgang für Computermusik und neue Medien am Institut für Elektroakustik Wien bei Prof. Tamas Ungvary. Trotz seines Alter (geb. 1978) verschwendet Pinzo seine Jugend fahrlässig, baut Brücken auf zu den Generationen, die davor kamen: Regelmäßige Zusammenarbeiten mit Hans Joachim Roedelius von der legendären Krautrocker-Formation Cluster u.a. legen davon beredtes Zeugnis ab. All diese Vorzeichen und das ausgeprägte gesellschaftliche Engagement kulminierten im Jänner 2002 in der Gründung des eigenen Independent Labels Karate Joe Records. Oder, wie Pinzo in seiner typisch unprätentiösen Weise seine Vita beschreibt: »Sozialarbeiter = Labelbetreiber, Musiker, Bierdippler, Student.«
Wie Stefan Parnreiter hat Robert Pinzolits ein letztes Jahr gegründetes Musiklabel, das aus der Leidenschaft der Musik gegenüber entstand und das sich vorgenommen hat, Genregrenzen oder Verkäuflichkeitsskalen nicht zur Prämisse zu erheben sondern im Gegenteil alles daran setzt, das zu fördern, was aus subjektiver Perspektive wichtig und richtig ist. Karate Joe ist schon allein wegen seiner geografischen Lage - Oslip/ die Cselley Mühle fungiert als HQ - eine Schnittstelle zwischen Ost und West, zwischen Kulturen und Mentalitäten. Das Label Karate Joe ist independent, die auf Karate Joe erscheinende Musik ist, ja was? »karate joe is experimental, instrumental, improvised, delightful & rockistic...« Aber hör'n Sie sich das am besten selber an... Dobro dosli u Karate Joe.
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